Ulla Schmidt steht für
Staatsmedizin
2006 +++ Jost Brökelmann +++
Quelle: persönlich
Seit der
Koalitionsvereinbarung der neuen Regierung im Herbst 2005 fordert die neue und
alte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt die Ärzte heraus: Sie will sie zwingen,
etwa die Hälfte der Privatpatienten (Beihilfeberechtigte, Standardversicherte)
zu reduzierten, festgesetzten Preisen
zu behandeln; außerdem will sie die Ärzte persönlich für teure
Arzneimittelverschreibungen haftbar machen (Bonus-Malus-Regelung). Trotz der
heftigen Ärzteproteste - besonders auf dem Ärzte-Tag am 18. Januar 2006 in
Berlin – beharrt Ulla Schmidt mit ihrem neuen Referentenentwurf (Ärzte Zeitung
vom 1.2.2006) auf ihren Forderungen, die auf eine Einheitsmedizin auf niedrigem
Niveau wie in einem sozialistischen Staat hinauslaufen.
Ulla Schmidt trifft damit
den Lebensnerv der Ärzte:
Ulla Schmidt plant also die
Fortführung dirigistischer Maßnahmen wie: Budgets, Bedarfsplanung,
verfassungswidrige Einführung der 68-Jahres-Grenze und der 55-Jahres-Grenze,
Entzug der Zulassung von Vertragsärzten, die nicht systemkonform agieren. Diese
dirigistischen Maßnahmen wurden von Gesundheitsminister Seehofer begonnen und
werden jetzt in verstärktem Maße von Ulla Schmidt fortgeführt.
Ulla Schmidt tritt offenbar
für einen allumfassenden, nationalen Versorgungs- und Sozialstaat ein.
In jungen Jahren - vor ihrem
Eintritt in die SPD – kämpfte sie im Bundestagswahlkampf 1976 für
kommunistisch-maoistische Ziele im Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW)
und wandte sich öffentlich gegen das Grundgesetz und gegen das Bürgertum
(Dokumentation zur kommunistischen Vergangenheit der Gesundheitsministerin Ulla
Schmidt www.arzt-in-europa.de).
Offenbar hegt sie immer noch Antipathien gegen Ärzte, die ihrer Meinung nach zu
viel Geld verdienen. Ihr Begriff von „Gerechtigkeit“ ist offenbar immer noch
stark geprägt von gleichmacherischen Ideologien. Was gehen die
Gesundheitsministerin z. B. die Einkünfte der Ärzte aus Privatbehandlung oder
aus sonstiger Nebentätigkeit an? Wieso maßt sie sich an, die Einkünfte von
Freiberuflern festsetzen zu dürfen?
Der Sozialstaat, den Ulla
Schmidt vertritt, hat zu Planwirtschaft im Gesundheitssystem und zu einem
immens hohen Schuldenberg in den Sozialsystemen geführt. Dieser „alte“
Sozialstaat ist nicht mehr bezahlbar. Er hat zu einer ungerechten Belastung
zwischen den Generationen beigetragen, er ist nicht nachhaltig und muss
dringend reformiert werden.
Mindestens 4 Ereignisse
haben die Ärzte aufgerüttelt:
Für viele Ärzte trägt dieses
System die Züge eines Sozialistischen Gesundheitssystems, sie nennen dies
Staatsmedizin.
Kurz:
Der überbordende Sozialstaat alter
Prägung, der Leistungsstaat, ist überholt, er muss zum Gewährleistungsstaat mit
vermehrter Eigenverantwortung der Bürger reformiert werden. Die Grenzen des
„neuen“ Sozialstaates müssen seine Finanzierbarkeit und die Nachhaltigkeit für
die Generationen sein. In diesem neuen Europäischen Sozialmodell sind die Ärzte
Freiberufler, d.h. nach europäischer Lesart „Unternehmer“, die in einem
europaweiten Wettbewerb stehen.
Das Problem der Unfreiheit
der deutschen Ärzte und die Unterfinanzierung ärztlicher Leistungen bei leeren
Kassen fordern u. a. folgende Aktionen:
Betriebswirtschaftlich
·
Rationierung
unterbezahlter Leistungen
Politisch
Nur der erringt sich
Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss (Goethe).