Manifest: Kampf der Ärzte gegen
Staatsmedizin
2006 +++ Jost Brökelmann +++
Quelle: BAO-Depesche März 2006
„Der Arzt dient der Gesundheit des einzelnen Menschen und der
Bevölkerung. Der ärztliche Beruf ist ... seiner Natur nach ein freier Beruf“
(§1 Berufsordnung). Deshalb kämpfen wir
- Gegen
eine Bonus-Malus-Regelung, da damit die Folgekosten der staatlichen
Rationierung von Medikamenten auf die Ärzte abgewälzt werden. Wenn der
Staat nur Billig-Medikamente bezahlen will, muss er dies den
GKV-Versicherten selbst sagen.
- Gegen
nichtvergütete Arbeit an Kliniken, sondern für Bezahlung von
Überstunden und Bereitschaftsdiensten als vollwertige Arbeitszeiten. Im
jetzigen System werden Klinikärzte zu unbezahlter Zwangsarbeit
verpflichtet.
- Gegen
jede Zwangsverpflichtung der Ärzte, Privatpatienten zu bestimmten
Preisen behandeln zu müssen. Der Staat soll seinen Beihilfeberechtigten
selbst mitteilen, dass er die Beihilfe zurücknehmen will.
- Gegen
eine Bezahlung über Punkte in einem undurchsichtigen, budgetierten
Verteilungssystem, sondern Vergütung der Leistungen (u.a. von Operationen)
in Euro über Kostenerstattung, wie es für Leistungen/Produkte üblich ist.
- Gegen eine Zwei-Klassen-Medizin,
die durch die staatlich festgelegte Rationierung von medizinischen
Leistungen, Medikamenten und Hilfsmitteln erzwungen wird.
Maßnahmen
- Dienst nach Vorschrift:
- GKV-Leistungen nur vertragsgemäß (5,11 Cts./Pkt. innerhalb der Zeitvorgaben).
- Organisation der GKV-Leistungen in getrennten
Sprech- und Behandlungsstunden.
- In Kliniken GKV-Leistungen nur während
bezahlter Arbeitsstunden.
- Bürokratieabbau:
- Anfragen von Krankenkassen entsprechend der Arbeitsauslastung
erledigen
- DMP – nur wenn es den Patienten und dem Arzt nützt
- ECard – nur wenn es der Behandlung der
Patienten und dem Arzt nützt und der Datenschutz gewährleistet ist.
- Gemeinsame Interessenvertretung aller Ärzte in einer neuen, unabhängigen
Dachorganisation
- Boykott des Systems, wenn 1 bis 2 nichts fruchten, z.B. innerhalb
des Jahres 2006.