Wirtschaftskenntnisse bringen Arzt auf gleiche Augenhöhe mit Kassen
Wiesbadener Mediziner absolvierte Aufbaustudium zum Krankenhausbetriebswirt

2006 +++ Julia Kästner +++ Quelle: Ärzte-Zeitung vom 20.12.2006

Auszüge
Nach drei Semestern an der Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie in Wiesbaden hatte
Pereira den Titel "Krankenhausbetriebswirt (VWA)" in der Tasche.

Verhandlungsposition bei Kliniken wird stärker
Als ob es noch nicht genug Stress gewesen wäre, hängte der Arzt noch drei Semester an der Akademie dran und erwarb sich den Titel des Finanz- und Marketingbetriebswirts. Das alles, sagt er, kann er für seine Praxis gut gebrauchen. Über die Entwicklungen im Gesundheitswesen mache er sich jetzt mehr Gedanken als vorher.

"Wie setze ich Prioritäten, wie kann ich mich positionieren?" - mit diesen Fragen setze er sich anders auseinander als vor dem Aufbaustudium. Außerdem, so Pereira: "Bei der Zusammenarbeit mit Krankenhäusern oder Kassen wird man
verhandlungssicherer." Diese Sicherheit, den Blick für Vertragsdetails braucht der Anästhesist. 1990 gründete er in Wiesbaden eine Praxis, die heute mit drei Partnern arbeitet und für Kliniken, Arzt- und Zahnarztpraxen die Anästhesie übernimmt.

Trotz des hohen Zeitaufwands und der Kosten von 800 Euro pro Semester: Das Aufbaustudium zum Krankenhausbetriebswirt kann Pereira praktisch jedem Niedergelassenen empfehlen. "
Jeder Arzt ist auch ein Einzelunternehmer." Besonders interessant sei der Studiengang für jene Kollegen, "die Kooperationen eingehen wie in Medizinischen Versorgungszentren, die sich an Ärztehäusern beteiligen oder eine große Praxis haben". Zudem werde sich der stationäre mit dem ambulanten Bereich immer mehr verzahnen, "viele Ärzte werden auf Dauer mit Kliniken zusammenarbeiten müssen".
Informationen zu den Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (VWA) finden sich im Internet unter www.vwa.de