2006
+++ Theresia Wölker +++ Quelle:
Ärzte-Zeitung 5.12.2006
Ordnung in der Praxis zu schaffen
ist leicht. Dafür braucht es nur ein Ordnungssystem, das nicht nur den Empfang
in der Praxis, sondern auch den elektronischen Posteingang von Überflüssigem
freihält.
Die sichersten Zeichen, dass
in der Praxis für Ordnung gesorgt werden muss, sind: Unterlagen werden nicht
mehr gefunden, unerledigte Arbeit stapelt sich auf dem Tisch,
Aufbewahrungsfristen sind unbekannt und Mitarbeiter fühlen sich an ihren - von
Papier überquellenden - Arbeitsplätzen unwohl.
Nur mit Aufräumen allein ist
es nicht getan. Das Praxisteam sollte sich auch ein Ordnungssystem anlegen, an
das sich jeder Mitarbeiter dann auch strikt halten muss. Die Kunst ist es, Wichtiges
von Überflüssigem zu trennen.
In einer Teambesprechung
sollte unbedingt geklärt werden, wer in der Praxis für die Post zuständig
ist. Außerdem sind ein Eingangskorb und ein Eingangsstempel
unablässig.
Die verantwortliche
medizinische Fachangestellte muss mit der Praxisführung klären, was sofort
entsorgt werden kann und nach welchen Kriterien Patientenbefunde und
Posteingänge dem Arzt vorgelegt werden. Beim Aufräumen dürfen die Schubladen
nicht vergessen werden. Werden die Unterlagen darin noch benötigt? Wenn nicht:
weg damit!
In vielen Praxen haben sich Checklisten
fürs Aufräumen bewährt, zum Beispiel für den Morgen- oder Abend-Check, den die
Arzthelferin macht, die Früh- oder Spätdienst hat. Als Ordnungssysteme haben
sich Ein- und Ausgangskörbe, Hängeregistratur oder Wiedervorlagemappen
bewährt. Dabei werden die unerledigten Vorgänge nach dem Bearbeitungszeitpunkt
getrennt. Zum Beispiel heißt "heute", dass die Post auf den Tisch
gelegt wird, "später", dass Briefe in die Wiedervorlage kommen.
Dokumente, die nur wegen der
gesetzlichen Aufbewahrungsfrist archiviert werden müssen, gehören nicht ins Praxisbüro,
sondern ins Archiv oder einen Abstellraum. Unerledigte Arbeiten wie
MDK-Anfragen, Gutachten oder Stellungnahmen wandern in die Wiedervorlagemappe.
Ordnung in der Praxis
bedeutet natürlich auch Sauberkeit und Arbeitsplatzhygiene, die
nach den schriftlichen Arbeitsanweisungen von jeder medizinischen
Fachangestellten umzusetzen sind.
Auch
im Computer, speziell im E-Mail-System muss Ordnung herrschen. Auch dabei
bedarf es klarer Absprachen mit der Praxisführung: Was wird auf themenbezogenen
Ordnern gespeichert? Was wird auf externen Speichermedien gesichert, was wird
gelöscht?